{"id":457,"date":"2025-10-24T14:57:18","date_gmt":"2025-10-24T12:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=457"},"modified":"2026-06-16T11:45:21","modified_gmt":"2026-06-16T09:45:21","slug":"phase-0-rekonstruieren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=457","title":{"rendered":"Phase 0 : das Pferd von Druck und mechanischen Einfl\u00fcssen befreien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Ausbildungen und Reitthesen beschreiben, wie das Pferd dazu gebracht wird, m\u00f6glichst viel vom Menschen oder Reiter zu lernen. Dabei werden die Pferdebewegungen von vorneherein schon als Problem angesehen, denen man was beibringen oder antrainieren muss (sonst m\u00fcsste das Pferd ja nicht so viel vom Menschen lernen) aber nicht als \u00fcberaus wertvolle Ressource, die man vermehren m\u00f6chte. Wie alles was man besser machen kann oder grunds\u00e4tzlich falsch gemacht wird, hat auch dieses Fehlverhalten des Menschen eine &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; handfeste Begr\u00fcndung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das ist das reflexhafte Bewegungsverhalten des Pferdes, das als Schutz-, und Fluchtreflex, sogenannte Schreck- und Notfallreaktionen des Pferdes ausl\u00f6st. Ganz ehrlich, mit diesen \u00fcberhaupt nicht einsch\u00e4tzbaren K\u00f6rperreaktionen des Pferdes kann keiner \u201erichtig\u201c umgehen. Denn \u00e4u\u00dferst problematisch wird das Ganze, wenn diese Notfallreaktionen dann anspringen, wenn gar keine Lebensgefahr f\u00fcr das Pferd besteht, und weil vielleicht \u201enur\u201c ein imagin\u00e4res Gespenst in der Reithallenecke auf den Zugriff lauert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um so ein \u201ekopfloses\u201c Pferd in den Griff zu bekommen, wurden die verschiedensten \u201emechanischen Hilfen\u201c entwickelt, die das Pferd entweder so zusammenschn\u00fcren sollen, dass es keine reflexhaften Mucks mehr von sich geben kann \u2013 der dem Menschen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte. Oder es werden von den \u201emechanischen Hilfen\u201c sogenannte \u201eDruckpunkte\u201c gedr\u00fcckt, die die Wahrnehmung des Pferdes (auch \u00fcber Schmerz) so besch\u00e4ftigen, dass es seine Umgebung nicht mehr wahrnimmt (die dem Menschen dann nicht mehr gef\u00e4hrlich werden kann).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber diese \u201eMa\u00dfnahmen\u201c, die in erster Linie am Pferdekopf get\u00e4tigt werden, m\u00f6chte ich in der Sparte \u201ePhase 0\u201c mit Ihnen sprechen. Aber auch beschreiben, wie und warum Sie die \u201emechanischen Hilfen\u201c weglassen k\u00f6nnen, ohne durch das \u201ekopflose\u201c Pferd in Gefahr zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt aber noch eine oft angewendete These des Menschen, um das Pferd unter Kontrolle zu bekommen. Mit der Konditionierung der Pferdebewegungen \u2013 immer in Kombination mit \u201emechanischen Hilfen\u201c glaubt der Mensch das \u201ereflexhafte Verhalten\u201c des Pferdes durch konditionierte Gewohnheiten ausl\u00f6schen zu k\u00f6nnen. Dass der Mensch da sowas von komplett falsch liegt zeigen die Reaktionen des Pferdes, gegen die der Mensch dann noch mehr aufr\u00fcsten muss. Aber das ist dann das Thema der \u201ePhase 1\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber zun\u00e4chst m\u00fcssen Sie in der \u201ePhase 0\u201c die k\u00f6rperlichen Ressourcen des Pferdes erst wieder zug\u00e4nglich machen. Die angeborenen Bewegungsm\u00f6glichkeiten werden dann wieder verf\u00fcgbar, wenn das Pferd wieder etwas wahrnehmen kann. Pferde probieren dann praktisch alles an Bewegungen aus, was Ihnen in den Sinn kommt \u2013 der Bewegungsreichtum entfaltet sich praktisch von ganz allein, wenn wir diesen Prozess nicht verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das tun wir aber durch \u201emechanische Hilfen\u201c h\u00e4ufiger, als uns lieb sein kann. Da steht dann so ein bedauernswertes Pferd da und m\u00f6chte sich bewegen und traut sich aber nicht, weil es seine Umwelt nicht richtig wahrnehmen kann und immer unsicherer wird, je vorhandlastiger sein K\u00f6rper durch diese \u201eHilfen\u201c wird. Als Mensch w\u00fcrden wir sagen: uns ist der Spa\u00df vergangen. Das Problem: ein Pferd dass an seinen eigenen Bewegungen keine Freude mehr hat, kann sich nicht zum &#8222;Reitpferd&#8220; entwickeln. Es wird immer in seiner freudlosen Vorhandlastigkeit stecken bleiben. Und wenn geritten &#8211; vom Menschen in die \u00dcberlastung, in Spannungen und Stress geritten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wir aufh\u00f6ren sollten, uns in die Wahrnehmung des Pferdes einzumischen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat neuronale und k\u00f6rperliche Gr\u00fcnde. Werden die Bewegungszentren im Gehirn nicht aktiviert, haben die Bewegungen im K\u00f6rper keine Chance, sich im K\u00f6rper zu verankern. Und damit findet keine Entwicklung im Organismus des Pferdes statt. Infolgedessen werden die wertvollen Ressourcen des Pferdes abgenutzt und aufgebraucht. Weil aber keine Entwicklung mehr stattfindet. muss der Mensch mit seinem Pferd monotone Bewegungsabl\u00e4ufe trainieren, damit sie das Pferd nicht \u201evergisst\u201c. Das ist die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr. Und auch die leicht verst\u00e4ndliche Erkl\u00e4rung, warum die \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c mit dem einfachen, spielerischen Ausl\u00f6sen von Impulsen, so gro\u00dfe und schnelle Fortschritte beim Pferd machen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fazit: die richtige \u201eMethode\u201c, damit das Pferd \u201elernt\u201c gibt es nicht, alles h\u00e4ngt davon ab ob die Bewegungszentren im Gehirn des Pferdes aktiviert werden oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten Ausbildungen und Reitthesen beschreiben, wie das Pferd dazu gebracht wird, m\u00f6glichst viel vom Menschen oder Reiter zu lernen. 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