{"id":555,"date":"2026-01-19T14:32:14","date_gmt":"2026-01-19T13:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=555"},"modified":"2026-06-04T18:01:09","modified_gmt":"2026-06-04T16:01:09","slug":"placements-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=555","title":{"rendered":"Ein Reiterk\u00f6rper muss sich entwickeln k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reitersitz besteht aus den Bewegungsf\u00e4higkeiten des Menschen. Deshalb wird auch immer jeder Reitersitz anders aussehen. Nur in einer berittenen, milit\u00e4rischen Zeit, musste der Reitersitz, wie die Uniformen gleichf\u00f6rmig sein. Immerhin entschied die &#8222;Uniformiertheit&#8220; \u00fcber die Ehre eines Heeres. Zum Gl\u00fcck ist diese Zeit lange vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute dagegen macht es dem Reiter alle Ehre, wenn sein K\u00f6rper und seine Bewegungen das Pferd so wenig wie m\u00f6glich belasten. Es z\u00e4hlt also wie ein Reiter seine H\u00e4nde <em>f\u00fcr das Pferd<\/em> einsetzen kann, wie unabh\u00e4ngig seine Beine vom Rumpf sind und wie aufrecht (Kopf \u00fcber Herz) der Reiterhals seinen Kopf tragen kann. Wie sehr die nat\u00fcrliche St\u00fctze des Menschen, seine Wirbelkette und die Bewegungsf\u00e4higkeit der einzelnen Wirbel, die K\u00f6rperteile des Reiters in ein flie\u00dfende, durchl\u00e4ssige Bewegung bringen k\u00f6nnen, die das Pferd in seinen Bewegungen nicht abbremst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An anderer Stelle habe ich beschrieben, dass es Manipulation ist, wenn wir das Pferd dazu bringen, etwas zu tun, was f\u00fcr uns gut ist. Wenn unsere K\u00f6rperteile aber nicht verf\u00fcgbar genug sind, das Pferd dazu zu bringen, etwas zu tun, was f\u00fcr beide gut ist, bleibt es dennoch eine Manipulation, wenn auch vielleicht eine ungewollte und unbewusste. So wie das reflexhafte Zur\u00fcckziehen der Hand, ein Schutzmechanismus des Menschen ist. Oder wenn Beine, die in der H\u00fcfte nicht frei beweglich sind und deshalb den R\u00fccken in die Starre f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An welcher Stelle seines K\u00f6rpers soll dann ein Reiter beginnen seinen Reitersitz zu verbessern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich k\u00f6nnte mir meine Antwort wieder leicht machen und sagen: an allen Stellen, die bei jedem von uns durch unsere Alltagsbewegungen schwer gesch\u00e4digt sind. Also \u00fcberall! Die Entwicklung des Reitersitzes wird immer eine Ganzk\u00f6rperaktion sein m\u00fcssen, die wie beim Pferd auch, bei der Bewegungsf\u00e4higkeit der Wirbelkette beginnt, dann die K\u00f6rperteile weiter ausbildet, um aus festgehaltenen Schultern losgelassene, empfindsame und sp\u00fcrende H\u00e4nde und unabh\u00e4ngig gelassene Reiterbeine zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind H\u00e4nde, die sich nicht an Z\u00fcgeln festhalten &#8211; und \u00e4ngstlich auf \u201eHilfsmittel\u201c verlassen m\u00fcssen, sondern sich fein und f\u00fchlend mit dem Maul des Pferdes verbinden k\u00f6nnen und sorgsam die ganze Wirbelkette des Pferdes in den H\u00e4nden tragen. Und es sind Beine, die so zart sind, dass sie den Rumpf des Pferdes rahmen und ihm Sicherheit geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und es ist ein Beckenbereich, der die volle Beweglichkeit seines Beckens ausnutzen kann. Der aber durch st\u00e4ndiges Sitzen unser absolutes \u201eStiefkind\u201c geworden ist. Das menschliche Becken, in dem sich mit seinen verk\u00fcrzten Strukturen, seinem dadurch chronisch abgeneigten Becken, (das in den runden R\u00fccken l\u00e4uft und sich ohne Kraftanstrengung in den R\u00fcckenmuskeln nicht mehr aufrichten kann) \u2013 keine Bewegung mehr \u201esammeln\u201c kann, weil es nicht bewegungsf\u00e4hig und verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das H\u00fcftbetonte Reiten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich ist es ja die H\u00fcfte, die zum Reiten das wichtigste ist, weil von ihrer Bewegungsf\u00e4higkeit, die Beckenbewegung &#8211; das \u201eBeckenspiel\u201c -und die R\u00fcckenbewegung abh\u00e4ngig sind. Von der Bewegungsfreudigkeit der H\u00fcfte entscheidet sich jedenfalls, wie sich Beine und F\u00fc\u00dfe auf dem Pferder\u00fccken positionieren k\u00f6nnen (ein alter Reitmeister hat mal gesagt, das die Beine so gelassen am Pferd herunterfallen m\u00fcssen wie Steigb\u00fcgelriemen!)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sieht man fast nur noch Stuhlsitze und ein paar Spaltsitze?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben Sie Plattf\u00fc\u00dfe, oder ist ein oder beide F\u00fc\u00dfe nach au\u00dfen gedreht? Gehen Sie zuerst mit den Beinen oder zuerst mit dem Becken an? Dann beobachten Sie mal, wie ihre Beine am Pferd zu liegen kommen. Der durchl\u00e4ssige Reitersitz muss sehr H\u00fcftbetont sein, auch wenn man das der sehr minimalistischen Beckenbewegung, die gut mit allen Wirbeln der Wirbelkette verbunden ist, nicht ansieht. Aber es ist beileibe keine \u201eMarilyn Monroe\u201c Bewegung, die sich in den H\u00fcften wiegt und den Pferderumpf wie ein schlingerndes Schiff hin und her schieben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei beiden K\u00f6rperteilen, den \u201eSchultern\u201c und dem \u201eBecken\u201c kommt es auf die kleinen Nuancen der Bewegung an. Auf die \u201eKleinigkeiten\u201c der Arme und Beine, die \u00fcber \u00fcber ihren inneren Bewegungsfluss entscheiden, der Sie als \u201eruhig sitzenden\u201c Reiter kennzeichnet. Viel Platz f\u00fcr ihre Bewegungen haben Sie ja auf dem Pferder\u00fccken ohnehin nicht. Denn IHR Pferd bewegt sich ja vorw\u00e4rts, aber nicht Sie. Ihre Aufgabe ist IMMER \u2013 in jeder Situation, im Schwerpunkt des Pferdes zu sitzen. Auf dem Pferder\u00fccken h\u00fcpfen, ist ihrem K\u00f6rper dabei untersagt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGut reiten\u201c \u2013 hei\u00dft was?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr manche Reiter bedeutet \u201egut reiten\u201c, wenn das Pferd brav und gehorsam das ausf\u00fchrt, was man m\u00f6chte und das Pferd dabei m\u00f6glichst wenig Schwierigkeiten macht, bei denen der Reiter dann in Bedr\u00e4ngnis kommen k\u00f6nnte. Oft wird ein Reiten dann als \u201egut\u201c empfunden, wenn es langweilig und ohne nennenswerte H\u00f6hepunkte wie am \u201eSchn\u00fcrchen\u201c abl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ehrlich \u2013 das soll \u201eReiten\u201c sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reiten ist der direkteste K\u00f6rperaustausch, den man sich denken kann. Sogar bei dem engsten Tanz, sitzen Sie nicht auf ihrem Tanzpartner. Sobald man beim Reiten dauerhaft auf bewegungs-hemmende \u201eHilfsmittel\u201c angewiesen ist, signalisiert man nach au\u00dfen, dass die eigenen Bewegungen nicht bewegungsf\u00e4hig &#8211; und der K\u00f6rper eigentlich nicht reitf\u00e4hig ist, weil man sich nicht mit denen des Pferdes verbinden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn man sich an den ganzen \u201eSchnick-Schnack\u201c am Pferdek\u00f6rper gew\u00f6hnt hat, den Reiter brauchen, um reiten!!! zu k\u00f6nnen, das alles, was man dem Pferdek\u00f6rper aufbrummt, kann nicht dar\u00fcber hinweg t\u00e4uschen, dass man dem Pferd die Kompensation der Bewegungen in die Schuhe schiebt, zu den man selbst nicht f\u00e4hig ist, sie auszuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass alles sollten eigentlich genug gewichtige Gr\u00fcnde sein, sich f\u00fcr die \u201ePlacements\u201c zu entscheiden, die wie beim Pferd die \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c, auch in \u201ePhasen\u201c unterteilt sind \u2013 allerdings nur in zwei. In die Phasen der \u201eSchulterfreiheit\u201c und des \u201eBeckenspiels\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus \u201eSchulterfreiheit\u201c und \u201eBeckenspiel\u201c entsteht ein Reitersitz, der keine \u201eHilfsmittel\u201c mehr braucht, bei dem der Sattel nur noch seine eigentliche, minimalistische Funktion als \u201eabpufferndes\u201c und \u201everteilendes\u201c Zwischenst\u00fcck hat, und nicht als \u201eTiefsitzer\u201c (der den Reiter aus dem Schwerpunkt holt) als \u201eEierbecher\u201c oder \u201eSitzprothese\u201c, herhalten muss, um einen Reiter irgendwie auf dem Pferd zu halten, der sich in seinem R\u00fccken nicht ausbalancieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Reitersitz besteht aus den Bewegungsf\u00e4higkeiten des Menschen. Deshalb wird auch immer jeder Reitersitz anders aussehen. 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