{"id":555,"date":"2026-01-19T14:32:14","date_gmt":"2026-01-19T13:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=555"},"modified":"2026-02-14T16:12:47","modified_gmt":"2026-02-14T15:12:47","slug":"placements-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=555","title":{"rendered":"Placements &#8211; oder warum das Pferd den K\u00f6rper des Reiters braucht"},"content":{"rendered":"\n<p>Des Reiters Bewegungsf\u00e4higkeit<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Reiter sollte so \u201estill\u201c wie m\u00f6glich auf dem Pferd sitzen k\u00f6nnen, damit das Pferd \u00fcberhaupt eine Chance bekommt, sein eigenes Gleichgewicht zu finden und seinen K\u00f6rper so verlagern zu k\u00f6nnen, damit es sich selbst \u201etragen\u201c kann. Um dann auch die Last des Reiters tragen zu k\u00f6nnen. Der Vergleich mit dem Rucksack ist schon oft bem\u00fcht worden, aber er stimmt einfach zu gut. Wenn ein Rucksack einseitig gepackt ist, werden Sie nur damit besch\u00e4ftigt sein, die falsche \u201eLast\u201c auszugleichen, Sie kommen aber nie dazu sich in ihrem K\u00f6rper auszubalancieren<\/p>\n\n\n\n<p>Wann sitzt ein Reiter still?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Pferd still zu sitzen ist das Gegenteil von steif, starr, unbeweglich und belastend. Sie sind beim \u201eStillsitzen\u201c v\u00f6llig in ihrem K\u00f6rper, beherrschen ihre eigenen Bewegungen und k\u00f6nnen sie bewusst, gezielt und situativ sehr schnell \u201eansteuern\u201c. Sie brauchen zum \u201eStillsitzen\u201c keine Muskelkraft, weil die nur ihren geschmeidigen Bewegungen im Weg stehen w\u00fcrde. Sie brauchen im Gegenteil, das ganze Orchester von ihren Gelenken, Wirbeln, Strukturen und Muskeln, die alle \u201estill\u201c und belastungsfrei zusammenwirken und ineinander spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ihr K\u00f6rper so nicht zusammen funktionieren kann, wird sich das Pferd \u201ewidersetzen\u201c, weil es sich unbehaglich und unsicher f\u00fchlt, solange es nicht im Gleichgewicht ist, oder aus seinem Gleichgewicht gebracht wird. Es ist gezwungen den Reiter zu kompensieren und h\u00e4lt sich genau an den Stellen des K\u00f6rpers fest, die uns leider nur allzu gut selbst bekannt sind: im Maul, im Genick und im Becken-Lenden\u00fcbergang. Der Reiter sollte dem Pferd niemals den Grund f\u00fcr so eine Reaktion geben \u2013 denn wie so viel, wird auch diese Gegenreaktion schnell zur Gewohnheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pferd kann dem Reiter nicht sagen, wie er sitzen soll<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pferd sp\u00fcrt nur sein eigenes gest\u00f6rtes Gleichgewicht und die Unsicherheit, die in seinen Beinen landet (wir kennen diese Unsicherheit vom Glatteis). Und was ist die nat\u00fcrliche Reaktion des Pferdes? (das ja wahrscheinlich noch keine \u201ePferdek\u00f6rperausbildung\u201c hatte, und deshalb auch nicht bewusst sein Gleichgewicht und die Gewichtsverlagerung ansteuern kann). Das Pferd wird versuchen, von der Unsicherheit wegzukommen. Wenn man einem Pferd Schmerzen oder Unwohlsein bereitet, wird es versuchen davonzulaufen. Das liegt in seinen Genen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Also wird wiederum der Mensch versuchen, das Pferd in seinem Maul aufzuhalten, zu stoppen, langsamer zu machen, oder am besten gleich zu kontrollieren, um es vom n\u00e4chsten \u201eDavonlaufen\u201c abzubringen. Und nat\u00fcrlich spielt auch die Angst des Reiters \u2013 oder besser gesagt, sein eigener Schutz dabei eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls: hier in diesem Moment, nimmt das wohl gr\u00f6\u00dfte und schwerwiegendste Missverst\u00e4ndnis der Reiterei seinen Anfang, mit aller Dramatik f\u00fcr Pferd und Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>Brauchen wir zum Reiten die Schulung unseres K\u00f6rpers?<\/p>\n\n\n\n<p>Reiten entsteht, wie jede feingeistige Handlung des Menschen aus der Besch\u00e4ftigung mit uns selbst. Wenn Sie Klavier lernen m\u00f6chten, hilft es Ihnen nicht weiter, dass ihr Lehrer virtuos spielen kann, sondern Sie m\u00fcssen erst mal die Grundbef\u00e4higung der Feinmotorik im K\u00f6rper haben. Wenn Sie malen wollen, m\u00fcssen Sie die F\u00e4higkeit des Malens in ihrem K\u00f6rper entdecken und wenn Sie von einem Baum aus einem Salto in der Luft drehen wollen, werden Sie auch nicht damit beginnen, indem Sie als erstes vom h\u00f6chsten Baum springen, den sie finden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Reiterei dagegen verwechseln wir da gewaltig etwas, weil wir vom Pferd verlangen, was wir selbst nicht k\u00f6nnen und da das Pferd \u2013 wie wir wissen \u2013 sich ja sowieso bewegen muss, fangen wir am besten gleich ganz oben \u201eauf dem h\u00f6chsten Baum an\u201c. Wir vergessen dabei, dass wir ein lebendiges Lebewesen unter uns haben, dass wir sehr leicht zerst\u00f6ren k\u00f6nnen und setzen uns mit unserem steifen, starren, in den Gelenken bewegungsunf\u00e4higen K\u00f6rper, der im Alltag keine Feinmotorik lernen konnte auf das Pferd.<br>Das Ende vom Lied ist, das die Reiterei nicht funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Also spulen wir nochmal ganz zum Anfang zur\u00fcck\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026und stellen uns einen Reiter vor, der durch Placements die Bewegungsf\u00e4higkeit seines K\u00f6rpers geschult hat, sich mit seinen eigenen Bewegungen und Bewegungseinschr\u00e4nkungen ganz intensiv besch\u00e4ftigt hat und dabei seine feinmotorischen F\u00e4higkeiten entdeckt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Reiter der bewegungsf\u00e4hig in seinem K\u00f6rper ist, kann \u201estill\u201c auf dem Pferd sitzen, weil er sich in jedem Moment in den Kr\u00fcmmungen seiner Wirbelkette ausbalancieren kann. Der in allen Gelenken und Wirbeln bewegungsf\u00e4hige Reiterk\u00f6rper, kann passend in die Bewegung des Pferdes eingehen. Es ist kein eingenommener \u201eSitz\u201c, sondern ein \u201estilles\u201c Anpassen an die Pferdebewegung, die sonst gest\u00f6rt w\u00fcrde und die dem Reiter erm\u00f6glicht, Arme, Beine, Schultern und Handgelenke zum Kommunizieren mit dem Pferdemaul zu gebrauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist die perfekte Verbindung zwischen Pferd und Mensch \u2013 aus der gemeinsame Reit-bewegungen aus beiden heraus \u2013 praktisch automatisch \u2013 aber eben nicht automatisiert und stereotyp beeinflussend, entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund sind die Placements keine \u00dcbungen im \u00fcblichen Sinne, sondern eine Art Bewegungsbegleitung, weil sich jede \u201e\u00dcbung\u201c wie zu einem Puzzle erg\u00e4nzt und mit ihnen ein bewegungsf\u00e4higer K\u00f6rper entstehen kann, der in den Kr\u00fcmmungen seiner Wirbelkette ausbalanciert ist und deshalb keine Muskelkraft mehr ben\u00f6tigt. So kann \u201eReiten\u201c entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kleiner Tipp von mir: Beginnen Sie doch ihre Reiterei erst mal in ihrem K\u00f6rper, und beobachten Sie, wie sich Ihre Bewegungen auf ihr Pferd auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie den Weg zur Reiterei \u00fcber ihren K\u00f6rper gehen m\u00f6chten, unterst\u00fctze ich Sie gerne mit der pers\u00f6nlichen Bewegungsbegleitung der Placements&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des Reiters Bewegungsf\u00e4higkeit Ein Reiter sollte so \u201estill\u201c wie m\u00f6glich auf dem Pferd sitzen k\u00f6nnen, damit das Pferd \u00fcberhaupt eine Chance bekommt, sein eigenes Gleichgewicht &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":635,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"folder":[],"class_list":["post-555","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=555"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/555\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":629,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/555\/revisions\/629"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"folder","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ffolder&post=555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}