{"id":725,"date":"2026-05-01T20:21:46","date_gmt":"2026-05-01T18:21:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=725"},"modified":"2026-05-22T10:20:43","modified_gmt":"2026-05-22T08:20:43","slug":"die-erste-uebung-in-der-ersten-phase-das-angehen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=725","title":{"rendered":"Das Angehen und das Anhalten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das \u201eAngehen und Anhalten\u201c des Pferdes ist keine \u201e\u00dcbung\u201c im klassischen Sinn, sondern ein angeborenes Bewegungsbed\u00fcrfnis des Pferdes, das Sie in den \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c zur Grundlage f\u00fcr alle weiteren \u00dcbungen machen werden. Das \u201eAngehen und Anhalten\u201c ist eine universelle Alltagsbewegung des Pferdes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wo kann der Mensch einen Bewegungsablauf des Pferdes so nachhaltig verbessern wie in einer Alltagsbewegung, die so unbedingt und urspr\u00fcnglich ist und vom Pferd zig Mal am Tag ausf\u00fchrt wird. Unverzichtbar wird diese Bewegungsabfolge f\u00fcr uns, weil das Pferd f\u00fcr absolut jeden Bewegungsvorschlag, der die Pferdebewegungen leichter macht, dankbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum? Durch die anatomischen Impulse und Informationen, auf die ich noch eingehen werde, wird sich das Pferd bei einem bewussten \u201eAngehen \u2013 Anhalten\u201c spontan anders bewegen. Also k\u00f6nnen Sie den Gef\u00fchlszustand des Pferdes sofort positiv beeinflussen. Und weil es sich anders f\u00fchlt, wird es sich auch bewusster anders bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Achten Sie dabei mal auf den Atem des Pferdes. Wie schnell sich sein Atemfluss ver\u00e4ndert, im K\u00f6rper wandert und sich verlagert, ohne dass Sie direkt auf den Atem oder die Sauerstoffversorgung des Pferdes Einfluss nehmen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201ebiomotorische \u00dcbung\u201c des bewussten \u201eAngehens und das Anhaltens\u201c des Pferdes, ist f\u00fcr uns die beste (ich glaube auch die einzige) M\u00f6glichkeit um \u00fcber die Extension und Flexion der Wirbelkette (mit Wirbelfreiheit) &#8211; die Wechselwirkung zwischen Rippenkorb, Bauchmuskulatur und Pferder\u00fccken wieder herzustellen (wie die durchl\u00e4ssige Bewegung ihren Weg durch die Wirbeln finden, beschreibe ich im 1. Schritt, bei dem Sie den Pferdekopf nach oben einladen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Wunder also, dass das Angehen und Anhalten des Pferdes, f\u00fcr uns DIE \u00dcbung ist, aus der alles im Pferdek\u00f6rper entstehen kann. Das \u201eAngehen und Anhalten\u201c ist eine zu 100% naturgem\u00e4\u00dfe \u00dcbung, denn jedes Pferd, das angeht \u2013 muss auch wieder anhalten. Die Frage ist nur, WIE es das tut \u2013 und genau an diesem Punkt kommen Sie ins Spiel des Pferdek\u00f6rpers \u2013 um diesen so alles entscheidenden Bewegungsvorgang bewusst in die richtige Richtung zu leiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das Pferd wie eine Schubkarre angeht, und mit steifen Vorderbeinen seine Hinterbeine hinter sich herzieht, ist das Pferd vorhandlastig und hat keinen \u201eAnschluss\u201c des Rumpfes zur Hinterhand. Dadurch kann es seine Hinterhand nicht einsetzen und \u201ebremst mit der Nase\u201c um anzuhalten. Oder es stemmt seine steifen ungelenkigen (im Buggelenk) Vorderbeine als Bremse in den Boden. Bei beiden Variationen sind die Wirbel, der Halswirbelkette und des Lenden-Becken\u00fcbergangs f\u00fcr das Pferd nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Art wie das Pferd angeht und wieder anh\u00e4lt, sagt also ganz viel \u00fcber den aktuellen Stand seiner Bewegungsentwicklung aus und ist deshalb eine unzweideutige \u201eAnzeigerbewegung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung von \u201eFlexion und Extension\u201c f\u00fchrt zur L\u00e4ngsbewegung des Pferdes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits kann man in keinen anderen Bewegungsausf\u00fchrung, den Prozess der Entwicklung, das \u201eEntbinden\u201c der Schulter, der wachsende Fokus des Pferdes auf seine Hinterhand, die ansteigende Bewegungsf\u00e4higkeit der Wirbel, die Weiterentwicklung und die Entfaltung der G\u00e4nge (z.B. das Schreiten aus der Schulter heraus) so sch\u00f6n beobachten, wie in der Bewegungskombination des \u201eAngehens\u201c und \u201eAnhaltens\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie das geht, werde ich Ihnen genau erkl\u00e4ren, und deshalb zerlege ich den Bewegungsablauf, in das \u201eEinladen des Pferdekopfes nach oben\u201c, um die \u201eHandbremse\u201c im Pferd zu l\u00f6sen, in das \u201eFokussieren der Hinterhand\u201c und in das \u201eAnhalten mit Fokus auf die Hinterhand\u201c bei dem es immer auf das Geschehen vorne im Pferd ankommt, aber eben auch auf das, was hinten beim Pferd passiert \u2013 oder in Zukunft passieren soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcbung des \u201eAngehens \u2013 Anhaltens\u201c bereitet dem Pferd Vergn\u00fcgen, weil sie einfach ist und weil es dabei nicht anstrengen muss. Es liegt also an Ihnen, diese \u00dcbung zu einer \u00dcbung F\u00dcR das Pferd zu machen, bei dem es lernt, in seinem K\u00f6rper loszulassen und es entdeckt, wieviel Vertrauen es zu seinem eigenen K\u00f6rper \u2013 aber auch zum Menschen entwickeln kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pferd wird merken, dass das Vertrauen zum Menschen, letztlich das Vertrauen in sich selbst ist. Je st\u00e4rker das dem Pferd durch SEINE Bewegungen eine K\u00f6rperposition einnehmen kann, die es nicht belastet, die immer selbstst\u00e4ndiger von ihm eingeleitet und gesteuert werden k\u00f6nnen, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Sicherheit und dann auch die Bewegungsfreiheit des Pferdes. Beim Spiel \u201eAngehen \u2013 Anhalten\u201c mit seinen zig Variationen, wird das Pferd im Laufe der \u201ePhasen\u201c entdecken, dass immer weniger Strukturen und Muskeln die Bewegungen einengen und das Pferd seine Bewegungen immer besser \u201egenie\u00dfen\u201c und dann entfalten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist das eigentliche Vergn\u00fcgen des Pferdes \u2013 nicht die \u00dcbung als solches. Die \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c sind eben nur Mittel zum Zweck\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch das \u201e\u00fcber den R\u00fccken bewegen\u201c, lernt das Pferd seine \u201eL\u00e4ngsbewegung\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pferd \u201elernt\u201c sich ab den ersten Schritten \u00fcber den R\u00fccken (\u00fcber die Wirbel) zu bewegen, weil die Lendenwirbelkette und \u201edas Becken\u201c immer wieder durch den Fokus der Bewegung nach hinten verbunden werden. Die \u201eFlexion \u2013 Extension\u201c des Skeletts wird erstaunlich schnell sichtbar, weil die die Bewegungen des Pferdes lebhafter und die Bewegungen der Beine freier werden. Den von unserer Hand gezeigten Weg in die Aufrichtung des Halses (weil die Bewegung durch die Halswirbelkette geht) kann das Pferd immer besser annehmen und dabei sp\u00fcren, wie der Atem leichter in und durch seinen K\u00f6rper flie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammenfassung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei allen \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c geht es auch immer wieder um das Erkennen der k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen \u2013 also die Beobachtung wo und an welcher Stelle seines K\u00f6rpers das Pferd keine durchl\u00e4ssigen, naturgem\u00e4\u00dfen Bewegungen ausf\u00fchren kann. In die bewegungslosen K\u00f6rperteile wieder Bewegung reinzubringen, das wird das Aufgabengebiet der &#8222;zweite Phase&#8220; werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst geht es aber darum Bewegung in die Wirbelkette zu bringen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist es wichtig zu beobachten, wie das Pferd angeht. Geht das Pferd wie eine Schubkarre an, indem es mit den vorhandlastigen Vorderbeine nach vorne stelzt und die Hinterbeine hinter sich herzieht? Bremst das Pferd beim Anhalten mit der Nase, oder stemmt es seine Vorderbeine als Bremse in den Boden? Ist es z\u00f6gerlich, unsicher? Oder will es sowohl das Angehen wie das Anhalten &#8222;schnell hinter sich bringen&#8220; irgendwie immer auf der Fluch (mit aktivierten Fluchtreflexen)?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem kann man in keiner anderen Bewegungsausf\u00fchrung den Bewegungsprozess des Pferdes, die Weiterentwicklung der Bewegungen und die Entfaltung der G\u00e4nge (z.B. das Schreiten aus der Schulter heraus), so sch\u00f6n beobachten wie in der Bewegungskombination des \u201eAngehens\u201c und \u201eAnhaltens\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Ver\u00e4nderung der Bewegungsabl\u00e4ufe des \u201eAngehens\u201c und \u201eAnhaltens\u201c sehen Sie den Fortschritt des Pferdes, und genau so deutlich auch seine k\u00f6rperlichen Probleme. Die Symptome, die Spannungen im Pferdek\u00f6rper, die Bewegungseinschr\u00e4nkung, die Stauchungen, Einseitigkeiten, die Schiefe und nat\u00fcrlich unseren gr\u00f6\u00dften Bewegungs-Gegner \u2013 die Vorhandlastigkeit. Alle Schwierigkeiten, die das Pferd beim Bewegen hat, werden sichtbar. Wir m\u00fcssen nur hinsehen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbrigens\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch etwas anderes k\u00f6nnen Sie beobachten \u2013 und dabei geht es jetzt um Sie. Denn bei diesen zwei Bewegungsabl\u00e4ufen des Pferdes sieht man leider deutlich, wie sich der Mensch zu einer unaufmerksamen, ja geradezu gedankenlosen Begleitung des Pferdes entwickelt hat, und das Pferd in seinen k\u00f6rperlichen Schwierigkeiten v\u00f6llig allein sich selbst \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sehen, in dem so einfachen, aber grundlegenden Bewegungsbed\u00fcrfnis wie dem \u201eAngehen\/Anhalten\u201c stecken unendlich viele Bewegungsformationen \u2013 die Sie ihrem Pferd auf ganz spielerische Weise geben k\u00f6nnen. Und dazu brauchen sie weder Mechanik noch den Gehorsam des Pferdes. Das ist aber tats\u00e4chlich die allergr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr den Menschen, weil das jeder von uns \u2013 auf die eine oder die andere Weise, so gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Perfekt also, um alle Schwierigkeiten \u2013 von Pferd und Mensch \u2013 durch die \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c gleich am Ansatz zu beseitigen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u201eAngehen und Anhalten\u201c des Pferdes ist keine \u201e\u00dcbung\u201c im klassischen Sinn, sondern ein angeborenes Bewegungsbed\u00fcrfnis des Pferdes, das Sie in den \u201ebiomotorischen \u00dcbungen\u201c zur &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":972,"parent":109,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"folder":[14],"class_list":["post-725","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=725"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/725\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1192,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/725\/revisions\/1192"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/109"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"folder","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ffolder&post=725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}