{"id":769,"date":"2026-05-04T10:57:34","date_gmt":"2026-05-04T08:57:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=769"},"modified":"2026-05-13T09:14:40","modified_gmt":"2026-05-13T07:14:40","slug":"die-dritte-uebung-in-der-ersten-phase-das-umsetzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/?page_id=769","title":{"rendered":"Zum guten Schluss: das Umsetzen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dem das Pferd jede Menge eigene Bewegungserfahrungen machen kann<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pferde lieben das freie Umsetzen, bei dem der Mensch keinen Einfluss mehr auf sie hat, nur verbal, oder durch Bewegungen kommuniziert und deshalb alles &#8222;umsetzen&#8220; (daher der Name) kann, was es zuvor an Bewegungsinformationen bekommen hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch liebt das Umsetzen eher weniger. Jedenfalls am Anfang nicht (wenn die Wirkung sichtbar wird, dann schon). Und das hat gute Gr\u00fcnde: Meistens k\u00f6nnen die Pferde nicht lernen mit ihrem K\u00f6rper umzugehen. Koppel, Wiese, Weide oder Paddock z\u00e4hlen da nicht &#8211; dass sind Alltagsbewegungen. Beim Umsetzen geht es aber um den Wechsel &#8211; um die \u00dcberg\u00e4nge von dynamischen zu gesammelten Bewegungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Umsetzen probiert das Pferd alle neuen Informationen aus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was wie gesagt am Anfang dem Menschen so \u00fcberhaupt nicht gef\u00e4llt, wenn das Pferd sich selbst und seine Bewegungen nicht steuern und beherrschen kann, den Reithallenboden beim Umsetzen umpfl\u00fcgt, in einer Tour \u00fcber seine eigenen Haxen stolpert, oder wenn es im \u00dcberschwang der Bewegung auch mal hinf\u00e4llt. Oder sich einfach nur &#8211; v\u00f6llig verunsichert &#8211; in die n\u00e4chste Ecke stellt und gar nichts macht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Unsicherheiten, die Unkoordiniertheit, das Zittern von manchen K\u00f6rperteilen ist eine Folge von&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230;ich kann es nicht oft genug sagen: weil das Pferd viel zu wenig M\u00f6glichkeiten bekommt, eigene dynamische Bewegungen umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich kann Ihnen auch sagen, dass das rasch besser wird, weil die Bewegungserfahrungen die beim Umsetzen mit dem eigenen K\u00f6rper gemacht werden (ohne dass der Mensch dabei rumpfuscht) ja Sinn und Zweck der &#8222;biomotorischen \u00dcbungen&#8220; sind, die das Pferd eben auch ausprobieren muss. Deshalb werde ich Ihnen noch ein paar Tricks geben, damit ihnen nicht immer das Herz stehen bleibt, bei all der freigelegten Bewegungsfreude ihres Pferdes. Denn immerhin k\u00f6nnen und sollen SIE ja das freie Spiel des Pferdes mit seinem K\u00f6rper steuern und k\u00f6nnen es damit zu zielgerichteten &#8211; aber freien &#8211; Bewegungen hinleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu braucht es den vollen K\u00f6rpereinsatz von Ihnen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmal geht es, wie immer um Aufmerksamkeit, denn m\u00f6glicherweise ist ihr Pferd so fasziniert von der ungewohnten &#8222;Freiheit&#8220; dass es Sie nicht mehr beachtet. Also m\u00fcssen Sie sich in das Spiel, das ihr Pferd noch allein spielt, mit einbringen &#8211; und von ihrer Seite, Bewegungsvorschl\u00e4ge machen. Anfangs wird das Pferd ein bisschen brauchen um sich darauf einzulassen, aber nach wenigen Tagen werden Sie merken wie ihre Bewegungen immer synchroner werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rufen Sie ihr Pferd dabei immer wieder zu sich her. Im Hinterkopf sollten Sie ja behalten, dass ihr Pferd soviel wie es nur irgend m\u00f6glich ist das &#8222;Angehen&#8220; &#8211; &#8222;Anhalten&#8220; praktiziert. Auch, und ganz besonders im freien Spiel seines K\u00f6rpers. Also brechen Sie die Bewegung immer wieder ab und starten Sie sie wieder neu. Sie werden bald sehen, wie sehr ihr Pferd dieses Spiel liebt. Das &#8222;Herkommen&#8220; und &#8222;wegschicken&#8220;, das &#8222;Angehen&#8220; und &#8222;Anhalten&#8220;, und das spontane Losspurten aus dem Stand, um sofort wieder abzustoppen sind die urspr\u00fcnglichsten Bewegungen um alles im K\u00f6rper anzusprechen. Nutzen Sie das am besten voll aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe mir einen lockenden Pfiff angew\u00f6hnt (bitte keinen Befehlspfiff, der hat bei dem Umsetz-Spiel wirklich nichts zu suchen), auf den das Pferd nach ganz kurzer Zeit liebend gerne reagiert. Und warum? weil es im n\u00e4chsten Moment von Ihnen wieder weggeschickt wird &#8211; um gleich darauf wieder gerufen zu werden. Dieses Spiel ist beim Pferd \u00e4hnlich beliebt, wie beim Kind das &#8222;guguck&#8220; &#8211; &#8222;da&#8220; &#8211; Versteckspiel. Beides kann bis zur Unendlichkeit gespielt werden. Und beides aktiviert ganz wichtige Faktoren zur Entwicklung&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ganz wichtig beim Umsetzen ist, dass es nicht nur alles in Bewegung setzt, und dabei eine ungeheure Bewegungsenergie freisetzt, sondern dass es seine Bewegungsenergie immer gezielter und bewusster einsetzen kann. Das Pferd macht jede Menge eigene Bewegungserfahrungen. Und wenn das Pferd anfangs noch sehr z\u00f6gerlich und unsicher ist &#8211; sehen Sie was dem Pferd bisher gefehlt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gezielten Bewegungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das &#8222;Umsetzen&#8220; ist so einfach, und so beliebt bei den Pferden, weil keine komplizierten Stellungen oder Bewegungen von ihm gefordert werden, sondern ganz normale K\u00f6rperbewegungen, die das Pferd auch im Alltag ausf\u00fchren w\u00fcrde, wenn es des denn k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die richtige &#8222;W\u00fcrze&#8220; beim Umsetzen entsteht f\u00fcr das Pferd durch ihren &#8222;K\u00f6rpereinsatz&#8220; &#8211; wenn Sie selbst also nicht starr und steif in der Mitte stehen bleiben, und eine &#8222;Bewegungsfreudenbremse&#8220; sind, sondern mit ihrem Pferd mitmachen. Fast wie ein anderes Pferd antauschen, mit der Fokussiergerte die andere Richtung weisen und so Richtungswechsel machen, es immer wieder &#8222;angehen&#8220; lassen, aber genauso oft verbal (und unterst\u00fctzt von ihren K\u00f6rperbewegungen) zum Anhalten bringen, es wieder losspurten lassen, um es gleich wieder anzuhalten und so vieles mehr was Sie sich mit der Zeit einfallen lassen k\u00f6nnen, damit das Pferd lernen kann mit seinem K\u00f6rper umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es gibt noch einen genauso wichtigen Effekt des &#8222;Umsetzens&#8220;. Denn w\u00e4hrend es auf seinen K\u00f6rper und seine Bewegungen achtet, beginnt es genauso auf ihren K\u00f6rper und ihre Bewegungen zu achten. Das Sch\u00f6nste K\u00f6rperspiel ist eben der gemeinsame Austausch von Bewegungen, Bewegungsideen, Vorschl\u00e4gen, Bl\u00f6dsinn und so weiter &#8211; also alles was Bewegungsfreude macht ist erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wie gesagt, tasten Sie sich an das Umsetzen langsam heran. Die ersten Male, wenn ihr Pferd orientierungslos und fast unwillig durch die Gegend pfl\u00fcgt, vielleicht sogar animiert und angetrieben werden muss, in der n\u00e4chsten Ecke stehen bleibt oder &#8222;flieht&#8220; wenn der Platz nur gro\u00df genug ist, werden Sie kaum glauben, wie schnell sich ihr Pferd an ihren Bewegungen abstimmt und dann so \u00fcber die Erde schwebt, dass seine Beine nur aus Gef\u00e4lligkeit den Boden ber\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Noch ein kleiner Tipp zum Umsetzen: wenn ihr Pferd sehr unaufmerksam oder aus irgendwelchen Gr\u00fcnden voller Energie oder geladen sein sollte, dann drehen Sie das Umsetzen vom Schluss zum Anfang um, und beginnen dann erst die eigentlichen &#8222;biomotorischen \u00dcbungen&#8220;. Ihr Pferd kann sich dann leichter auf Sie einlassen&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ach ja, noch etwas: lassen Sie &#8211; anders wie beim Titelfoto &#8211; das Kopfgestell mit dem &#8222;motorischen Gebiss&#8220; auf dem Kopf des Pferdes. Gerade f\u00fcr die neuen Bewegungserfahrungen soll sich Ihr Pferd durch das Bewegen des Gebisses mit der Zunge, seinen Zungenmechanismus immer wieder selbst l\u00f6sen k\u00f6nnen und das Genick durch das Hochnehmen des Gebisses von &#8222;strukturellen&#8220; und Druck von au\u00dfen, befreien k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie ist das &#8222;Umsetzen&#8220; auch immer ein Mahnmal. Daf\u00fcr dass wir dem Pferd seine eigenen Bewegungen weggenommen haben, daf\u00fcr das Reithallen dem Pferd nicht mehr zu seinen Bewegungen zur Verf\u00fcgung stehen, oder auch das wir &#8211; der Mensch unsicher wird, wenn das Pferd nicht mehr von ihm kontrolliert wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wir k\u00f6nnen dagegen ja was tun, und deshalb gehen wir in der n\u00e4chsten &#8211; in der zweiten Phase in die detaillierten Wirkungen der K\u00f6rperteile&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei dem das Pferd jede Menge eigene Bewegungserfahrungen machen kann Pferde lieben das freie Umsetzen, bei dem der Mensch keinen Einfluss mehr auf sie hat, &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1081,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"folder":[14],"class_list":["post-769","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=769"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/769\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1084,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/769\/revisions\/1084"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"folder","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pferdekoerperausbildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ffolder&post=769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}