Pferdekörperausbildung
Gedanken um die wirksamste Entlastung des Pferdekopfes und der Halswirbel

Gedanken um die wirksamste Entlastung des Pferdekopfes und der Halswirbel

Es ist tatsächlich schon viele Jahre her, als ich begonnen habe, mir Gedanken über die wirksamste Entlastung des Pferdekopfes zu machen. Dazu habe ich jedes verfügbare mechanische Instrument auf ihre Wirksamkeit getestet – beziehungsweise damals von meinen eigenen Pferden ausprobieren lassen. Ich weiß noch, dass ich mir ein bisschen wie „Stiftung Warentest“ vorkam,

Dabei herausgekommen sind die „biomotorischen Materialien“, die so einfach, wie genial wirken. Und warum? Weil sie keine mechanische (nicht steuerbare) Eigenwirkung haben, sondern vom Pferd in „Betrieb“ genommen werden können. Das Pferd kann sich selbst von seinem eigenen Druck, entlasten (der egal wo er wirkt, immer im Genick landet), weil es als „Beohnung“ für seine Kauen oder die Zungenbewegung, die Druckentlastung im Genick spürt.

Das beste an den „biomotorischen Materialien“ ist die „wenn – das“ Wirkung…

Wenn das Pferd das tieferhängende Gebiss durch seinen Kaureflex hochnimmt – dann entlastet es selbst sein Genick von Druck.

Wenn das Pferd mit seiner Zunge das Mundstück hochschiebt – dann aktiviert es sein Zungenbein und seinen Zungenmechanismus.

Wenn das Pferd das Mundstück in seinem Maul „herumturnt“, dann entlastet es seine Kiefergelenke.

Wenn das Pferd mit seiner Zunge und dem Mundstück spielt, dann liegt die Zunge nicht mehr belastend auf dem Kieferngrund, und der Zungenhebermuskel kann wieder die Arbeit tun, nach der er benannt wurde.

Wenn das Pferd sich die Kiefergelenke selbst entspannt hat – dann kann es wieder seine biologische Kaubewegung durchführen.

Wenn das Pferd das Mundstück hochkaut (ich nenne das den Ansaugreflex) – dann schobben sich die seitlichen Teile des Kopfstückes an, und die Blutzirkulation des ganzen Kopfes wird angeregt.

Wenn das Pferd seine Blutzirkulation aktiviert hat – werden seine Augen durchblutet und größer

Wenn das Pferd sein Genick entlastet hat – dann können die entspannten Nackenmuskeln seinen Kopf tragen und der Atemfluss wird freier

Wenn das Genick des Pferdes nicht mehr belastet ist, wird der Kehlgang entspannter und durchlässiger

Wenn der Kehlgang entspannt und durchlässig ist, fällt es dem Pferd leichter zu schlucken

Wenn das Pferd in seinem Genick beweglicher wird – dann fließt der Ganaschengang ab und die Drüsen können wieder ihre regulierende Arbeit beginnen (Hormone, Stoffwechsel)

Und so ist das aller-allerbeste an den „biomotorischen Materialien“, dass das Pferd alles selber machen kann. Über jede Entlastung entscheidet das Pferd selbst und selbstständig.
Ok, ein bisschen braucht es auch ihre Hände dazu, an denen sich das Pferd orientieren muss.
Aber zu den „biomotorischen Materialien“ und dem Handling der „biomotorischen Materialien komme ich später…

Auch in dem Fall von Druck, Zwang und Spannung geht es mir nicht darum, andere Ideologien, Thesen oder Regeln zu bewerten, aber spätestens bei Empfehlungen, die die empfindlichen Druckpunkte im Genick extra belasten sollen, damit das Pferd gehorsam und willig wird, und die man deshalb drücken soll, weil da lebenswichtige Nervenverbindungen laufen (und dadurch die Eigenbewegung des Pferdes wunderbar gestört wird), geht bei mir der Druckpunkt hoch…