Auch wenn heute in der Ausbildung des Pferdes und in der Reiterei, der Einsatz von Mechanik und der technischen Formung des Pferdes, ganz normal geworden ist, so bleibt die Sehnsucht des Menschen (und wenn man das Pferd befragen könnte, bestimmt auch des Pferdes) nach naturgemäßen Bewegungen bestehen.
Nur eine bewegungsfähige Wirbelkette, die hinten mit dem Becken gut verbunden und vernetzt ist und wirksam die Aufrichtung vorne unterstützen kann, eröffnet jede Menge Bewegungsmöglichkeiten für Entwicklung, Ausbildung und die Reiterei des Pferdes. Kommt dann noch die „Bewegungsfreiheit“ der Körperteile des Pferdes dazu und ein Reiterkörper der sich so entwickelt hat, dass er mit den Bewegungen seines Pferdes „verschmelzen“ kann, könnte sich die Reiterei weiter entwickeln, als sie jemals war.
Ist die Wirbelkette des Pferdes bewegungsfähig, brauchen wir keinen Druck mehr auf das Pferd auszuüben, weil es sich von selbst bewegt, und gleichzeitig die Körperteile des Pferdes die geringstmögliche Belastung haben. Als allererstes werden sie sich also mit dem beschäftigen, was das Pferd zum Pferd macht, und deshalb die unbedingte Grundlage der Reiterei ist. Nur die Wirbelfreiheit der einzelnen Wirbel kann uns die große Vielfalt der angeborenen Bewegungsmöglichkeiten gewährleisten kann, die wir für die Reiterei des Pferdes brauchen.
In was unterscheidet sich die „Pferdekörperausbildung“ von konventionellen Ausbildungen des Pferdes.
Es geht mir nicht darum, Ausbildungen zu bewerten, oder darüber zu entscheiden, ob eine Ausbildungsthese gut oder schlecht ist…Mich interessiert allein das Ergebnis einer Ausbildung. Welche Wirkung sie auf das Bewegungsverhalten des Pferdes hat, was eine Ausbildung in den Körpersystemen hervorruft – und ob die angeborenen Bewegungsmöglichkeiten in die individuellen, persönlichen Fähigkeiten und Anlagen des Pferdes weiterentwickeln? Und natürlich in erster Linie, wie eine Ausbildung den Organismus des Pferdes auf die Extrembelastung der Reiterei vorbereitet. Denn das verstehe ich unter einer „Ausbildung“ des Pferdekörpers. Und so ist aus meinen praktischen Erkenntnissen im Verlauf von vielen Jahren eine ganz eigene „Ausbildungs-Welt“ entstanden.
Die Faszination naturgemäßer Pferdebewegung
Anscheinend sehen das viele Menschen ähnlich wie ich. Deshalb habe ich versucht, meine Beobachtungen, Forschungen, Erkenntnisse und die Erfahrungen von über dreißig Jahren hier auf dieser Webseite zusammenzufassen und mit jedem zu teilen, der daran interessiert ist sich auf eine andere Weise mit Pferdebewegungen beschäftigen möchte oder wie ich, der Faszination von naturgemäßen Bewegungen bei sich selbst, und beim Pferd erlegen ist.
Der „Ausbildungsplan“ eröffnet die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes und den Zugang zu seinen Fähigkeiten
Wenn Sie, Ihr Pferd, oder ihre Reiterei an den die vielen, meist unbewusst erzeugten Nebenwirkungen von konditionierten Bewegungen leiden, kann ich Ihnen nur empfehlen, zu der regulierenden Wirkung der naturgemäßen Bewegungen zurückzukehren. Sie werden schnell sehen, dass Sie den gut nachvollziehbaren Wirkungen in den Körpersystemen mehr vertrauen können als konditionierten Bewegungsgewohnheiten, dem antrainierten Gehorsam auf den Menschen – aber in vielen Fällen auch der „Symptom-Hilfe“ von außen.
Können Sie sich vorstellen, der Ausbilder Ihres Pferdes zu werden?
Die am häufigsten gestellte Frage ist, ob man – um „Ausbilder“ zu werden, nicht besondere Fähigkeiten braucht. Ob man nicht unendlich viele Seminare und Fortbildungen absolvieren muss, und von besseren Reitern lernen muss, damit sich eine „Kraft“ entfaltet, die das Pferd dann zu Bewegungen erziehen kann. Tatsächlich vermitteln das die vorherrschenden Ausbildungen immer noch sehr gerne. Wahrscheinlich braucht man tatsächlich jede Menge Kraft, um das Pferd zu formen, die richtigen Knöpfe zu drücken und um Bewegungen abrufbar zu machen…
…aber zum Glück lernen Sie in der „Pferdekörperausbildung“ von Ihrem Pferd.
Und noch dazu sind – wie beim Pferd übrigens auch – Ihnen die Möglichkeiten zum Bewegungsaustausch angeboren. Wenn Sie die naturgemäßen Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes „ausbilden“ und zu seinen Fähigkeiten weiterentwickeln wollen, haben Sie dazu alles in ihrem Körper. Sie müssen nur noch lernen, mit Ihnen umzugehen. Wie beim Pferd auch, müssen Sie die Fähigkeiten ihres Körpers, die sich aus ihren körperlichen Bewegungsmöglichkeiten ihrer Wirbelkette entwickeln – und sich dann weiter zu Ihrem Reiterkörper ausbilden können – erst erwerben. Wie, das erfahren Sie auf meiner Webseite. Übrigens können wir als einziges Lebewesen auf der Welt, ein anderes Lebewesen bewusst in seinen Fähigkeiten weiterentwickeln. Darauf können wir schon ein bisschen stolz sein.
Das Konzept der naturgemäßen Bewegungen
Das Konzept und der Ausbildungsplan der „Pferdekörperausbildung“ hat sich nicht über Nacht entwickelt. Im Gegenteil – ich habe mir damit jede Menge Zeit gelassen. Zu Beginn meiner Beobachtungen stand ja keineswegs eine „Ausbildung“ im Raum, sondern für mich die Notwendigkeit, es „anders“ zu machen. „Anders“ deshalb, weil mir überhaupt nicht gefallen hat, was ich sah…
Ich wollte die Möglichkeiten des Pferdes wahrnehmen und es nicht an seinen eigenen Bewegungen hindern, ich wollte das annehmen, was mir das Pferd anbietet – und nicht seine lebenswichtigen Funktionen betäuben und unterdrücken. Ich wollte alles, was das Pferd kann und deshalb auch so gerne zeigt, mit dem Pferd zusammen ausbauen, um gemeinsam Gänge, Kadenz, Bewegungsabläufe und Lektionen zu entwickeln.
Ganz besonders wichtig war mir, die Lehre der naturgemäßen Pferdebewegung mit den Lehren der altehrwürdigen Reiterei zu verbinden. Ich glaube, das alles ist mir nun in der „Pferdekörperausbildung“, die jeder mit seinem Pferd nachvollziehen kann, richtig gut gelungen.
Das Pferd ist ein Wirbeltier und kein Muskeltier
Aus den angelegten „Beweggründen“ der verschiedenen Körperteile, die ich im Einzelnen beschreiben werde, ist die Bewegungsfähigkeit der Wirbelkette der „Hauptweg“ für Ihren Ausbildungsplan geworden. Ich habe die Erfahrung gemacht, das allein wenn man das Bewusstsein im Menschen weckt, dass man die gesamte Wirbelkette des Pferdes in den Händen hält, schon die Einstellung zu Pferdebewegungen verändert.
Wenn Sie sich mit der „Wirbelfreiheit“ beschäftigen, und die Wirbelbewegung entspannen, statt den ganzen Pferdekörper entweder dauerzuentspannen und dabei auseinanderfallen zu lassen, oder chronisch in seinen Strukturen zu spannen geschieht etwas in der „Bewegungsprogrammierung“ des Pferdes, was ich am besten mit dem Aufspielen einer anderen Software vergleichen möchte. Aber dazu natürlich viel mehr in den „biomotorischen Übungen“.
Es hat sich bestätigt, dass die Trageerschöpfung des Pferdes nicht nur eine Folge, sondern sogar die Ursache von zu geringer Wirbelaktivität in der Wirbelkette des Pferdes ist, die sich dann zu einer Inaktivitätsathropie der Wirbelkettenumgebenden Strukturen auswächst. Ab und zu gibt uns der Pferdekörper uns eine Fehlermeldung, wenn sich die Körpersysteme nicht mehr selbst helfen können, wie z.B. schlechte Hufe und die Fehlstellung der Beine. Aber eigentlich zwingen uns die Reaktionen des Pferdes erst zum Handeln, wenn die Körpersysteme ernsthaft aus dem Gleichgewicht geraten sind. Und Warum? Weil Ihnen die falsche Körpersteuerung eine Folge der fehlenden Bewegungsfähigkeit ist.
Was sich für so vieles gebrauchen lässt, wie die Wirbelkette, ist leicht zu missbrauchen. Die Bewegungsmöglichkeit seiner Wirbel ist dem Pferd zwar von Geburt an mitgegeben, aber wir entscheiden durch unser Handling und unsere Bewegungen ob wir die Bewegungsfähigkeiten des Pferdes steigern, oder sie zerstören. Eigentlich zeigt uns das Pferd ja sehr deutlich wie wenig die Reiterei von Muskeltraining und wie sehr es von der Bewegungsfreiheit der Wirbelkette abhängt. Aber leider hat der Organismus des Pferdes schon auf die „Bedrohung“ seines Gleichgewichtes mit Schutzmuskulatur geantwortet, noch ehe wir die Auswirkungen sehen…
In der naturgemäßen „Pferdekörperausbildung“ sind wir es und unsere Anreize, mit der wir das Pferd zu einem „Reitpferd“ machen. In der außerordentlichen Anpassungsfähigkeit des Pferdes liegt Regen und Segen zugleich – wie ich Ihnen noch darstellen werde. Denn die Art der „Verwendung“ der Wirbelkette entscheidet darüber, Es entstehen Verknüpfungen, die darüber entscheiden, welche Bewegungen das Pferd mit seinen Körperteilen ausführen kann. Vielleicht könnte man die Wirbelkette des Pferdes mit der Software eines Computers vergleichen und seine Körperteile als die Hardware. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dieser Vergleich zu ihrem Verständnis beiträgt, wie Wichtig die Wirbelkette nicht nur für das Pferd, auch für uns ist.
