Die meisten Menschen haben das Gefühl in ihrem eigenen Körper gefangen zu sein. Obwohl man sich auch daran „kopflos“ gewöhnt und Schiefen, Spannungsmuster und Festigkeiten des Körpers erstaunlich schnell als „normal“ ansieht. Aber eigentlich ist das kein Wunder – es ist wie der „Energiesparmodus“ ein Überlebenskonzept des menschlichen Körpers, dass er sich an alles Mögliche gewöhnen und anpassen kann, ohne sich dabei viel zu bewegen.
Wenn Sie nicht wollen, dass ihr eigener Körper nur noch zum Objekt pflegerischer Maßnahmen wird – wenn Sie Ihrem Körper und seinen Bewegungen wieder etwas zutrauen wollen, und sie ihn durch seine Bewegungen (und nicht durch ein Training) von außen gestalten wollen, braucht ihr Körper seine eigenen Bewegungen und ihre Beschäftigung mit ihren Gelenken, Wirbeln und Strukturen.
Wenn Sie lange Zeit viel zu viel Zugeständnisse an „Bewegungen von außen“, an fremdbestimmende Bewegungsgeräte und Bewegungsideen von anderen Menschen und Theorien gemacht haben, wird Ihnen auch schnell wieder bewusst, was Ihnen eigentlich gefehlt hat. Und das, obwohl die eigenen Bewegungen im Hintergrund immer da waren, und sie begleitet haben – bei vielen unbewusste Körperreaktionen hätten Sie Ihre eigenen Bewegungen bemerken können (nicht zu verwechseln mit dem reflexhaften Verhalten unter Stress)
Wenn der schützende „Rahmen“ unseres Körpers fehlt (das schützende Muskelkleid sollten Sie auch nicht mit dem Muskelgerüst verwechseln – in dem einzelne Muskeln ein Einzelkämpferdasein führen müssen) fühlen wir uns angespannt, bedrängt, gefordert und im inneren Gleichgewicht gestört. Und genauso nehmen wir auch unsere Umwelt wahr. Viele meinen dann, eine achtsame Wahrnehmung zu trainieren bei der es darum geht, Stress nicht mehr als Stress oder Müdigkeit nicht als Müdigkeit wahrzunehmen. Doch das ist ein Irrtum.
Der eigene Körper wird schleichend – ohne es gleich zu merken, immer bewegungsunfähiger und natürlich immer weniger belastbar. Erst die deutlichen Signale unseres Körpers, wie Schmerz, Überforderung und Stress nehmen wir dann wieder wahr und versuchen ihnen durch Muskelkraft gegenzusteuern (wobei nichts gegen einen Muskelaufbau spricht, aber eben er auf plastischen, bewegungsfähigen Grundlage Ihres Körpers – sonst bauen Sie auf Sand).
Wieder lernen, die kleinen Signale Ihres Körpers wahrzunehmen
Stress fühlt sich an wie Stress und Müdigkeit wie Müdigkeit – bei jedem Menschen wohl etwas unterschiedlich und dennoch vergleichbar. Es geht aber nicht, um den durchaus verständlichen Wunsch, die stressvolle Situation oder schmerzhafte Phase möge möglichst rasch vorbei sein, und alles Erdenkliche von außen dagegen zu tun. Sondern es geht darum zu versuchen, die Symptome zwar klein zu halten, aber sich gleichzeitig für alle auftretenden Phänomene des Körpers zu interessieren.
Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper wirkt stressregulierend
Wenn Ihnen der eigene Körper und seine Bewegungen bewusster wird, verlieren Sie das stressige Gefühl des ohnmächtigen Ausgeliefertseins. Sie können ja nun selbst etwas für ihren Körper tun – etwas in die eigene Hand zu nehmen ist immer gut.
Aber auch ZUSÄTZLICH zu eventuellen medizinischen Behandlungen, Medikamentengaben oder Therapien. Sie sollen ja ihren Körper anfangs nur in allem bewusster wahrnehmen, vielleicht zu spüren wo er in einer Gewohnheit hängt – und sich durch neue „Körperwelten“, den Prozess ihres Körpers zu eröffnen, um sich nach und nach daraus zu lösen.
Nicht die große Veränderung macht es, sondern das Lösen von kleinen Gewohnheiten
So leicht wie sich Ihr Körper an Festigkeiten und Spannung gewöhnt hat, stellt er sich auch wieder auf Bewegungsfähigkeit und Durchlässigkeit ein. Er braucht nur die Voraussetzungen dazu. Mit den von mir entwickelten „Placements“ beschäftigen Sie sich wieder mit Ihrem Körper und geben ihm Schritt für Schritt das, was er braucht, um wieder bewegungsfähig und belastbar zu werden.
Ein schützender Rahmen statt Schutzmuskeln
Das wahrnehmende Bewusstsein ihres Körpers und ihrer Bewegungen braucht ihr Pferd von ihnen – der schützenden Körperrahmen ist der Weg zum „geschlossenen Reitersitz“. Mit den „Placements“ schlagen Sie also gleich drei Fliegen mit einer Klappe.
Und wenn Sie beim Wachsen ihres Körpers über sich hinauswachsen – ist allen damit geholfen. Gerade in einer Welt, die diese Fähigkeit so wenig fördert. Die wirkliche „Reitkunst“ (also die Kunst ihres Körpers, reiten zu können) könnte Ihnen dann z.B. eine Sprache für das schwierig erklärbare des Körperaustausches mit dem Pferd anbieten.
Ach, lassen Sie sich doch einfach von Ihren Bewegungserfahrungen inspirieren und erlauben Sie sich Wünsche, Träume und Visionen für Ihre Zukunft.
