Pferdekörperausbildung
3. Schritt: Anhalten mit Fokus nach hinten

3. Schritt: Anhalten mit Fokus nach hinten

Anhalten ist für den Pferdekörper genauso ein aufwendiger Vorgang wie das Angehen, nur dass die Bewegung beendet wird. Nun soll aber die Bewegung in den „biomotorischen Übungen“ über die Wirbel gehend, in Kombination mit dem Einsatz des Beckens beendet werden, und nicht indem das Pferd mit dem „Maul bremst“.

Wird die Wirbelkette in ihrer Bewegungsfähigkeit dazu „geschaltet“, entsteht ein völlig anderer Bewegungsablauf wie wenn sich das Pferd beim Anhalten auf die Kraft seiner Muskeln verlassen muss. Wohlgemerkt, die Bewegungen in der Wirbelkette sind gering und mit bloßem Auge oft nicht sichtbar. Sie sind so gering, dass wir von Mikrobewegungen sprechen müssen – aber ausschlaggebend ist, dass sie überhaupt stattfinden, damit die Körperteile, Strukturen und Gelenke nicht über Gebühr belastet werden.

Auch das „Anhalten“, die durch die Wirbelkette durchgeht sorgt für die Bewegungsfähigkeit der Wirbelkette und sorgt sich um die mit ihr verbundenen Gelenke. Das „Anhalten“ ist deshalb so genial wirksam, weil die Bewegungsenergie, die das Pferd beim „Angehen“ über die Wirbelkette erzeugt hat, im Körper bleibt und je durchlässiger die Gewebe werden, auch umso besser im Körper zirkulieren kann. Genial auch, weil wir das „Anhalten“ genauso bewusst und gezielt simulieren können und das Pferd beides „das Angehen“ und das „Anhalten“ spielerisch umsetzten kann. Auch da schielen wir auf die naturgemäßen Ausprägungen, bei denen das Pferd so oft wie möglich „Angeht“ um wieder „Anhalten“ zu können.

Aber es ist nicht nur die Bewegungsenergie, die beim „Anhalten“ und „Angehen“ viel durchlässiger durch den Körper zirkuliert und wir in der zunehmenden Geschmeidigkeit und Elastizität sehen, es ist nicht nur die Atmung, die der Organismus des Pferdes mit den immer passenderen Körperbewegungen aktivieren kann und es es nicht nur veränderte Wahrnehmung des Pferdes, dass seinen Körper immer gezielter ansteuern und zum Anhalten bringen kann – sondern es ist, und das ist für die Weiterentwicklung der Bewegungen ganz wichtig – die Verlagerung auf die Hinterhand, mit der sich das Pferd selbst die steife, überbelastete Vorhand entlasten kann – und sich dabei so ganz langsam, fast nicht merkbar – selbst in seine Selbstaufrichtung begibt.

Kein Wunder also, dass die Pferde das „Angeh“- „Anhalt“ – Spiel so lieben, und mit Ihnen zusammen bis zum Abwinken „üben“ wollen…

Die vielen Variationen, die daraus entstehen, und schon die Bewegungsfähigkeit für die Motorik im Körper anlegen, die aus der Längsbewegung, der Gerade- und Gleichrichtung, der Selbstaufrichtung und dem unsichtbaren, plastischen Körperrahmen entstehen, beschreibe ich in den Variationen.